Curaçao entdecken: Zwischen Willemstad, Küste und Kakteen
Zwischen den farbenfrohen Häusern von Willemstad, staubigen Pisten und türkisblauem Meer zeigt sich Curaçao von seiner abenteuerlichen Seite. Hinter jeder Kurve wartet etwas Neues: herzliche Begegnungen, überraschende Umwege und kleine Entdeckungen abseits der bekannten Wege. Und mittendrin ein Hotelzimmer mit eigener Terrasse – mit einem Pool, der nur einen Schritt entfernt liegt. Eine Reise voller Kontraste, die Lust macht, die Insel immer weiter zu erkunden.
AUF ENTDECKUNGSTOUR MIT SPORTSCHUHEN
Schon am ersten Morgen auf Curaçao beginnt die Entdeckungstour in Laufschuhen. Bei 34 Grad und wolkenlosem Himmel geht es entlang der Küste. Auf der langgezogenen Promenade sind zahlreiche Läufer unterwegs, am Weg trainiert eine Gruppe. Freundliche Einheimische grüßen, fragen nach dem Befinden und laden spontan zum Training ein. Nach der langen Anreise sorgt diese offene Atmosphäre für einen überraschend guten Start in den Urlaub.
Die Reise beginnt am Vortag in Hannover und führt über Amsterdam nach Curaçao. Auf der Panoramaterrasse des Flughafens Schiphol sorgt der Blick auf die Flugzeuge für zusätzliches Fernweh. Der Weiterflug erfolgt mit einem Airbus A350-900 von World2Fly im Wetlease für Corendon. Die Crew wird als sehr freundlich erlebt, während Essen, Sitzkomfort und Getränkeservice auf der langen Strecke weniger überzeugen. Nach der Landung wartet ein bunt bemalter Partybus, der die Reisegruppe mit Musik und Gesang zum Hotel bringt. Die feucht-warme karibische Luft ist sofort spürbar.
THE RIFF: POOLZUGANG STATT MEERBLICK
Als Unterkunft dient das The Rif at Mangrove Beach Corendon Curaçao All-Inclusive, Curio by Hilton. Das moderne, geräumige Zimmer im Erdgeschoss verfügt über eine Terrasse mit direktem Zugang zum lang gezogenen Pool. Besonders dieser kurze Weg von der Zimmertür ins Wasser wird während des Aufenthalts zum Highlight.
Beim Ausblick müssen allerdings Abstriche gemacht werden, da die Zimmer auf der Hotelseite zum Parkhaus liegen. Für Reisende, die Wert auf einen schöneren Ausblick legen, lohnt sich daher eine genaue Prüfung der Zimmerlage.
Das Hotel bietet ein ordentliches internationales Frühstück, gute Cappuccinos und ausgezeichnete Mezze im türkischen Restaurant. Das All-inclusive-Konzept funktioniert insgesamt gut. Nicht alles läuft reibungslos: Ein Frühstückstisch wird während einer kurzen Abwesenheit abgeräumt und von anderen Gästen besetzt. Außerdem zieht bei ungünstigem Wind Abgasgeruch eines Kreuzfahrtschiffs zum Hotel herüber.
WILLEMSTAD: BUNTE FASSADEN UND BEWEGTE GESCHICHTE
Willemstad präsentiert sich mit den farbigen Häusern der Handelskade, geschwungenen Giebeln und roten Dächern genau so, wie es viele Besucher von Curaçao erwarten. Das historische Stadtgebiet gehört seit 1997 zum UNESCO-Welterbe.
Eine Führung mit der auf Curaçao geborenen Guide Heliane Maas verleiht den bekannten Motiven zusätzliche Tiefe. Zu Fuß, mit Bus und einem kleinen offenen Stadtbähnchen geht es durch Willemstad. Wegen Arbeiten an der Königin-Emma-Brücke führt der Weg an diesem Tag per Fähre auf die andere Hafenseite.
Besonders eindrucksvoll ist Otrobanda mit seinen schmalen Gassen, bunten Fassaden und Wandbildern. Vor dem Werk „Life is a beautiful struggle“ von Sander van Beusekom wird deutlich, dass die farbenfrohen Motive Teil eines bewohnten Viertels sind. Geöffnete Fenster verändern die Bilder im Alltag immer wieder.
Auch die Geschichte der Insel bekommt Raum. Beim Metallwerk „Emancipate yourself from mental slavery“ von Giovanni Abath geht es um die Nachwirkungen der Sklaverei und schwierige Familiengeschichten. Heliane erläutert außerdem die Bedeutung von Papiamentu, das für viele Bewohner die erste Sprache ist. Gerade die Verbindung aus Architektur, Alltag, Sprache und Geschichte macht Willemstad besonders interessant.
BEGEGNUNGEN AM FLOATING MARKET
Bei einem weiteren Lauf durch Willemstad entsteht am Floating Market ein kurzer Austausch mit dem Verkäufer Rendy aus Venezuela. Er berichtet von den beschwerlichen Fahrten zwischen Venezuela und Curaçao und seinem langen Arbeitstag auf dem Markt.
Der Kontakt bleibt kurz, zeigt aber eine Besonderheit der Reise: Gespräche mit Einheimischen entstehen vergleichsweise unkompliziert. Eine Frage, ein kurzer Austausch und ein längerer Moment an einem Stand reichen oft aus, um einen kleinen Einblick in den Alltag der Insel zu bekommen.
ZWISCHEN KAKTEEN UND FELSIGEN WEGEN
Westlich von Willemstad führt eine weitere Laufrunde ins Gebiet des Veeris Hill. Schmale Wege verlaufen durch felsiges Gelände, vorbei an hohen Kakteen und dichtem Gebüsch. Überall sind kleinere und größere Eidechsen zu sehen.
Die Landschaft erinnert stellenweise eher an das Mittelmeer oder die Kanaren als an eine klassische tropische Insel. Die trockene Erde, niedrigen Sträucher und offenen Hänge bilden einen deutlichen Kontrast zu den Vorstellungen von üppigem Tropengrün.
Die Tour wird wegen der Hitze und fehlenden Wassers schließlich abgebrochen. Für längere Läufe und Wanderungen sind ausreichend Wasser, passende Tageszeit und eine realistische Einschätzung der eigenen Kondition wichtig. Während der Reise fällt außerdem an einigen Straßenrändern viel Müll auf – ein störender Kontrast zur reizvollen Landschaft.
MIT DEM BUGGY DURCH DIE STADT
Die Buggy-Tour verläuft anders als zunächst erwartet: Statt einer klassischen Jeep-Safari sitzen die Teilnehmer selbst am Steuer der Zweier-Buggys. Nach der Einweisung geht es mit Schutzbrillen und Tüchern gegen den Staub über trockene Pisten.
Zwischen Sträuchern und Kakteen sorgen Bodenwellen, Staub und kräftiger Gegenwind für reichlich Abenteuergefühl. Unterwegs führen Stopps zu Windrädern und einer Grotte mit markanten Felsformen und Fledermäusen. Die helle Kleidung erweist sich angesichts des allgegenwärtigen Staubs als wenig praktisch.
HATO-HÖHLE: TROPFSTEINFORMATION UND VENTILATOREN
Die Hato-Höhle wird an einem anderen Tag besucht. Bereits auf dem Weg kündigt Heliane die warme und feuchte Luft im Inneren an. Statt der erwarteten Abkühlung stehen Ventilatoren bereit, die bei der Besichtigung willkommen sind.
Die Beleuchtung hebt Falten und Vorsprünge der Tropfsteinformationen hervor. In den Felsformen lassen sich verschiedene Figuren erkennen. Die Erwartungen an einen weit in den Berg führenden Höhlengang werden allerdings nicht vollständig erfüllt. Hato ist interessant und sehenswert, bleibt aber hinter den Erlebnissen draußen auf der Insel zurück.
PLAYA KALKI: STRAND, POOL UND MEER
Zu den schönsten Orten der Reise gehört Playa Kalki im Westen Curaçaos. Oberhalb des Strandes liegt ein Beachclub mit Pool, Liegen, Musik und Getränken. Unterhalb warten heller Sand und klares Wasser. Der Wechsel zwischen Meer und Pool macht den Ort besonders angenehm.
Auch kulinarisch überzeugt der Aufenthalt mit Burger und Pommes. Beim Schnorcheln sind Fische, kleine Schwärme und einige Korallen zu sehen. Die Unterwasserwelt bleibt allerdings hinter den Erwartungen zurück; Schildkröten oder Rochen werden nicht entdeckt. Für eine umfassende Beurteilung reichen die besuchten Schnorchelstellen ohnehin nicht aus.
Die Begeisterung für Playa Kalki bleibt dennoch bestehen. Der Ort eignet sich hervorragend für einen entspannten Strandtag und würde bei einer nächsten Reise mehr Zeit verdienen.
DINNER MIT BLUE CURAÇAO
Im Grand Café Gouverneur de Rouville in Otrobanda ist der Innenhof an diesem Abend gut gefüllt. Trotz des Trubels funktioniert der Service aufmerksam und routiniert. Carpaccio und Rinderfilet überzeugen ebenso wie eine kubanische Bananensuppe, die unerwartet zu einem der kulinarischen Höhepunkte wird.
Zum Genussprogramm gehört außerdem ein Besuch bei Chobolobo, der Produktionsstätte des Curaçao-Likörs. Zwischen Destille und den charakteristischen Flaschenreihen wird die Herstellung des bekannten Likörs anschaulich. Der Besuch bietet einen kurzen, interessanten Einblick in ein weiteres Stück Inselkultur.
WAS VON CURAÇAO BLEIBT
Besonders prägend ist bereits der erste Abend in der Beachbar. Trommelmusik sorgt für einen Moment, der unmittelbar unter die Haut geht. Später kommen weitere Eindrücke hinzu: die Geschichten von Heliane vor den bemalten Häusern, der kurze Austausch mit Rendy am Obststand, die Wege zwischen Kakteen, das Meer am Abend und der Pool direkt vor der Zimmertür.
Curaçao verbindet Stadt, Bewegung und Strand auf ungewöhnliche Weise. Willemstad lässt sich zu Fuß erkunden, die Küste bietet Raum für Läufe und Badetage, während das Inselinnere mit trockenen Hügeln, Kakteen und felsigen Wegen überrascht.
Für eine weitere Reise bieten sich längere Aufenthalte in Willemstad, zusätzliche Läufe entlang der Küste und eine Tour mit ausreichend Wasser ins Inselinnere an. Auch eine Teilnahme am KLM Marathon wäre eine reizvolle Möglichkeit. Die Entdeckungstour auf Curaçao ist damit keineswegs abgeschlossen.
CURAÇAO PRAKTISCH
Curaçao liegt in der südlichen Karibik und ist seit dem 10. Oktober 2010 ein eigenes Land innerhalb des Königreichs der Niederlande.
Für die Anreise empfiehlt sich ein Blick auf die jeweils aktuellen Flugpläne. Im September 2026 führte die Reise über Amsterdam mit einem Airbus A350. Für Dezember 2026 wurde eine Corendon-Direktverbindung ab Düsseldorf angekündigt.
Bei der Unterkunft im The Rif lohnt sich die Entscheidung zwischen direktem Poolzugang und besserem Ausblick. Für Ausflüge außerhalb Willemstads sind Mietwagen oder organisierte Touren sinnvoll.
Aufgrund der Hitze sollten längere Lauf- und Wandertouren möglichst früh am Tag stattfinden. Wasser gehört unbedingt ins Gepäck. Karten, Adressen und Reservierungen sollten zusätzlich offline verfügbar sein, da die eSIM während der Reise zunächst nicht wie erwartet funktionierte.
Seit dem 31. März 2025 ist der Karibische Gulden mit dem Währungscode XCG das gesetzliche Zahlungsmittel. Kartenzahlung ist vielerorts möglich, teilweise werden auch Euro akzeptiert. Bei kleineren Ständen empfiehlt es sich, vorher nach den akzeptierten Zahlungsmitteln zu fragen.
Curaçao eignet sich besonders für Reisende, die Stadt, Kultur, Bewegung und Strand miteinander verbinden möchten. Wer nicht nur die bekannten bunten Fassaden sehen, sondern auch hinter die Motive blicken und die trockene, überraschend abwechslungsreiche Landschaft erleben möchte, findet auf der Insel zahlreiche Möglichkeiten.
Werbung / Pressereise: Diese Reise wurde von Corendon unterstützt. Die Unterstützung hat keinen Einfluss auf meine Berichterstattung. Ich schildere meine eigenen Erfahrungen und bewerte die vorgestellten Angebote ehrlich und unabhängig.
Erfahrungen über das Riff-Hotel











